Der St. Danielschor aus Moskau

Der St. Danielschor wurde 1992 am Danilow-Kloster, dem Sitz des russischen Patriarchen gegründet. Während ihres Aufenthaltes in Deutschland gestalten die Sänger die Gottesdienste in der Alexander-Newski-Kirche (Stuttgart/Pragfriedhof) musikalisch mit. Das St. Daniels-Vokalensemble besteht aus fünf (vier)jungen Männern, die ihre Ausbildung am renomierten Tschaikowsky-Konservatorium bzw. am ebenso renommierten Gnessin-Institut zu Moskau absolvierten. Die meiste Zeit des Jahres sind die Mitglieder des Ensembles in Rußland als Kirchenchorleiter bzw. Kirchensänger, sowie als freie Gesangskünstler tätig. Das Ensemble singt in der Traditionellen Besetzung eines russischen Mönchschores Werke von Bortnjanskij, Archangelskij, Tschesnakow, u.a.    

 Wladimir Albataev (Tenor), wurde am 16.03.1961 in Ranshssurofo am Baikalsee (Burjatien) geboren.Sein verstorbener Vater war dort bekannt als Schamane und Seelsorger. Nach der Grundschule besuchte Wladimir die örtliche Musikschule, um danach seine musikalische Ausbildung am Musikinstitut in Ulan Ude fortzusetzen; er beendete diese im Jahr 1982 mit der künstlerischen Reifeprüfung. Eine intensive Gesangsaus-bildung schloss  sich an der Gnessin-Musikakademie in Moskau an. Beim Musikfestival "Nachtigal aus Bernstein" in Kaliningrad (vormals Königsberg) war Wladimir im Jahr 1994 im Sologesang 1. Preisträger mit Auszeichnung. Der Künstler ist seit dieser Zeit in Russland als lyrischer Tenor bekannt und von verschiedenen Chören engagiert. Seit 1999 singt er als 1.Tenor beim Vokalensemble St.Danielschor Moskau. Präsident W. Putin verlieh ihm im Jahre 2002 im Kreml den Titel "Verdienter Künstler der Russischen Förderation". In seiner Freizeit kocht der Sänger gern vegetarische Gerichte und ist begeisterter Tischtennisspieler. 

Wladimir mit dem Kremlin-Chor

http://www.youtube.com/watch?v=DNv5ZvzTGJw

 Anatoly Obraztsov (Bass), absolvierte die Moskauer Staatliche Universität für Kultur als Chordirigent, das Vokalstudium am Moskauer Konservatorium bei Prof. G.Titz. Er ist tätig als Vokalsolist bei der Moskauer Philharmonie. In seinem Repertoire sind berühmte Opernarien wie beispielsweise Sarastro in Mozarts Zauberflöte, Fürst Gremin in Eugen Onegin von Tschaikowsky oder Leporello und Kommandore in Don Giovanni von Mozart. Der Künstler beschäftigt sich zudem gern und intensiv mit Partien in Oratorien wie zum Beispiel Die Schöpfung von Haydn wie auch verschiedene Messen von Bach, Mozart und Schubert.

Im Jahr 1995 erhielt Obraztsov von Präsident Boris Jelzin den Titel Verdienter Künstler der Russischen Förderation, Im Jahr 2005 von Präsident Putin die Auszeichnung Volkskünstler der Russischen Förderation.  Er Konnte zudem bei verschiedenen Internationalen Gesnagswettbewerben Auszeichnungen eringen. Neben der Musik widmet sich der Künstler in seiner Freizeit der Malerei, vornehmlich der Landschaftsmalerei.  

 Sergej Popov (Bass), wurde am 01.09.1965 im ehemaligen Leninabad, jetzt Hudschand - in Tadschikistan geboren. Während seiner anfänglichen musikalischen Ausbildung erlernte er das Instrument Klarinette. Seine umfassenden Kenntnisse gab er als Klarinettenlehrer an seine Schüler weiter. Sein Musikstudium setzte er am Musikinstitut Sadirchon-Shafisa fort. Schon als Kind war Sergey begeisterter Sänger; mit 15 Jahre entwickelte sich seine Stimme nach dem Stimmbruch zu einem voluminösen Bass. Vielmals trat er als Solist in der heimatlichen Maria-Magdalena-Kathedrale auf, obgleich das die damaligen politischen (kommunistischen) Verhältnisse äußerst erschwerten. Im Jahre 1984 nahm er am Institut für Kunst in Duschanbe (Hauptstadt Tadschikistans) das Studium für Sologesang auf. Nach zweijähriger Dienszeit bei der Roten Armee in Kasachstan vervollständigte Popov seine Ausbildung als Solosänger von 1988 bis 1990 am Konservatorium Lysenko in Lemberg (Ukraine) mit erfolgreichem Abschluss. Beim Musikfestival in Lemberg (1998) war Sergey unter den Preisträgern für Sologesang von Musikwerken sowjetischer Komponisten. Nach Heirat und Umsiedlung nach Moskau erhielt Popov Engagements als Bass bei der Neuen Moskauer Oper und am Operntheater von Natalie Saz. Seit 2002 ist der Künstler beim Vokalensemble St. Danielschor. Sergey Popov ist in seiner Freizeit leidenschaftlicher Gärtner, sportlich fit hält er sich besonders im Winter beim Skilanglauf.   

 Vladislav Belikov (Bariton, Tenor und Ensembleleiter), wurde am 20.09.1972 in Watutinki, in der Region Moskau geboren. In jungen Jahren wurde Vladislav Mitglied beim Knabenchor der Moskauer Swesnikow-Choralschule, dem damaligen Staatschor. Auf Konzertreisen besuchte der Musikschüler im Jahre 1988 erstmals die ehemalige DDR (Ostberlin und Dresden) und auch die Bundesrepublik, als er im Münsterland den Dirigenten und Musikpädagogen Robert Kemper kennen lernte. Der hat ihm in den Folgejahren mit seiner Hilfe und den Kontakten zahlreiche Konzerte und Kichenauftritte in Deutschland und den Niederlanden ermöglicht. Nach der Choralschule studierte Belikov von 1990 bis 1996 bei Prof. Gorünov am Tschaikowsky-Konservatorium Klavier, Sologesang und Chorleitung. Dem Gesangsensemble St. Danielschor gehört er seit 1991 an. Seit 2001 ist er Leiter des Vokalensembles. Der Künstler leitet in Moskau weitere zwei Kirchenchöre, moderiert Rundfunksendungen und unternimmt zahlreiche Auslandskonzertreisen, bei denen Musik-CDs mit herrlichen russisch-orthodoxen Gesängen des Ensembles beim Konzertpublikum einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Gern erinnert sich der Dirigent an die Konzertreise nach Rom (1998), als das Vokalensemble St. Danielschor Moskau von Pabst Paul II. in Audienz empfangen wurde, und der heutige Pabst, damals noch Kardinal  Joseph  Ratzinger, die Moskauer Solisten in Privataudienz empfing. Nicht  unerwähnt lassen aber möchte er auch die feierlichen Gottesdienste in verschiedenen Moskauer Kirchen, insbesondere auch im Danilovkloster mit Patriarch Alexej II.     Neben der Musik liebt der Dirigent über alles seine noch junge Familie, ist begeisterter Bierdeckelsammler - wobei er das dazu gehörige Bier keinesfalls verschmäht - und fühlt sich im Kreise guter Freunde wohl, besonders auf Auslandsreisen.

Wladislaw Belikov ist gleichzeitig der Leiter der Regionalgruppe Moskau, der Catharina-Pawlowna-Gesellschaft e.V.         

 Artem Chulkov (Bass), geb. 1981 in Moskau, absolvierte die internationale Choralschule Swesnikov als Chordirigent, seine Vokalstudien vollzog er an der Gnessin Musikakademie Moskau; seit dem Jahr 2004 arbeitet der Künstler als Vokalsolist im berühmten Moskauer Musiktheater Helicon-Opera. In seinem reichhaltigen Repertoire sind neben berühmter  Arien russischer Komponisten wie Mussorgski, Tschaikowsky und Schostakowic auch westliche Operettenkomponisten wie Kalman und Lehar zu finden. Fachleute sagen ihm eine erfolgreiche internationale Künstlerkarriere voraus.

Neben der Chormusik liebt er über alles seine Familie (zwei Kinder), interessiert sich für französische Lebensart und Kunst und hat sich auf das Computerwesen spezialisiert.

 Sergej Romanow (Bass) geb. 1964 in Perm. Ausgebildeter Kirchenkomponist und Chorleiter am Saratow-Musikkonservatorium. Diverse Kirchenmusikalische Werke wurden von ihm veröffentlicht. Sergej ist verheiratet und hat 2 erwachsene Kinder. Wenn ihm seine musikalische Arbeit Freizeit lässt, geht er gerne Angeln.


 

Im April 2008 ist die neue CD des St. Daniels-Chores erschienen (erhältlich bei den Konzerten des Chores).

Liebe Freunde des St.Danielschores,

Herzlich willkommen in der St. Daniels-Chor Welt! Wir leben in einer harten aber dennoch höchst interessanten Zeit. Aus diesem Grund habe ich als Dirigent des Chores nicht nur schöne alte Gesänge der russisch-orthodoxen Liturgie für diese neue CD ausgewählt, sondern auch neue Lieder, entsprechend unserer Zeit. Wir leben ja nicht im Gestern, sondern im Heute, das bedeutet: wir pflegen natürlich  die Tradition, aber auch mit Blick auf den Wandel der Zeit. Auf Grund meiner über 18-jährigen Konzerttätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland verspüre ich als künstlerischer Leiter, dass alles was aus Russland kommt, insbesondere was die Kultur betrifft, in Deutschland großes Interesse findet.

Leider transportieren die westlichen Medien viel Negatives über unsere russische Heimat: unstabile politische wie wirtschaftliche Verhältnisse (Mafia, Koruption, Tschetschenienkrieg etc.). Unser kleines Vokalensemble hingegen möchte durch seine Konzertaktivitäten das andere, unser so großartiges Russland, das Land des Geistes und der Künste vermitteln. Und gerade das verbindet Russen und Deutsche. Zudem fördert die Begegnung zwischen russischen und deutschen Chören in beiden Ländern die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Menschen und dient der Verständigung unter den Völkern.

Als orthodoxe Christen möchten wir schließlich mit unseren Auftritten-insbesondere in Deutschland-ein Zeichnen der Ökumene setzen. Wir begegnen katholischen und evangelischen Christen, die wie wir zwischenmenschliche Harmonie und Einheit im Glauben suchen. Das uns Trennende muss überwunden  werden. Und, wenn in den Kirchen die Theologen, also:"die da oben" das heute noch nicht schaffen, so wollen wir als gläubige Christen, feststehend in unserem eigenen Glauben, ganz bewusst enge Kontakte knüpfen, damit es in unserer düsteren Welt ein wenig heller und wärmer wird. Ziel dieser - auch unserer musikalischen - Bemühungen ist die baldige Einheit aller Christen! Dazu möge uns die Kraft und die Gnade des Heiligen Geistes stärken.

Rückblickend erinnere ich mich besonders gern an die Konzert- und Pilgerreise des St.Danielschores Moskau im Jahre 1998 nach Rom. Seine Heiligkeit, Papst Benedikt XVI., damals noch Joseph Kardinal Ratzinger und Präsident der Glaubensverbreitung, hat uns in Privataudienz empfangen. Nach dem Vater-Unser-Gebet bedankte sich der jetzige Heilige Vater für unsere liturgischen Gesänge und erteilte uns seinen Segen. Ich bin fest überzeugt, dass wir dort einen kräftigen Vorwärtsschub für unsere weitere - auch ökumenische Arbeit- erhalten haben.

Wenn uns nach unseren Auftritten leuchtende Augen und stumme, dankbare Blicke begegnen, fühlen wir uns als künstler und Menschen in unserer ökumenischen Aufgabe bestätigt, schöpfen Kraft für die weitere künstlerische Tätigkeit- zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Menschen.

Vladislav Belikov, Leiter des St.Daniels-Chores und der Regionalgruppe Moskau der Catharina-Pawlowna-Gesellschaft e.V.    

 

Für Terminanfragen und Informationen bitte an Ulrich Scheuffele Tel. 0173 38 96 474 oder E-Mail